Schnuller: Ja oder Nein? Alle Fakten für Eltern 2026

Die Frage Schnuller ja oder nein beschäftigt alle Eltern in den ersten Lebensmonaten ihres Babys. Während manche Hebammen und Kinderärzte den Schnuller zur Beruhigung empfehlen, raten andere davon ab. In Deutschland verwenden rund 80% der Eltern einen Schnuller, doch wissenschaftliche Studien zeigen sowohl Vorteile als auch Risiken. Dieser Artikel präsentiert alle relevanten Fakten, aktuelle Forschungsergebnisse und praktische Erfahrungen, damit Sie eine informierte Entscheidung für Ihr Baby treffen können.

Der natürliche Saugreflex beim Baby

Babys werden mit einem angeborenen Saugreflex geboren, der bereits ab der 32. Schwangerschaftswoche ausgebildet ist. Dieser Reflex dient primär der Nahrungsaufnahme, hat aber auch eine wichtige beruhigende Funktion. Ultraschalluntersuchungen zeigen, dass viele Babys bereits im Mutterleib am Daumen lutschen. Das Saugbedürfnis ist bei jedem Kind unterschiedlich stark ausgeprägt und kann zwischen 10 Minuten und mehreren Stunden täglich variieren. Studien des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte aus 2025 belegen, dass das Saugen Endorphine freisetzt und dadurch schmerzlindernd sowie stressreduzierend wirkt.

Das natürliche Saugbedürfnis ist jedoch nicht mit Hunger gleichzusetzen. Experten unterscheiden zwischen nutritivem Saugen zur Nahrungsaufnahme und non-nutritivem Saugen zur Selbstberuhigung. Während des Stillens wird beides kombiniert, weshalb gestillte Babys oft länger an der Brust bleiben, auch wenn sie bereits satt sind. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin betont 2026, dass dieses Bedürfnis nach Beruhigung völlig normal ist und nicht unterdrückt werden sollte, sondern eine angemessene Befriedigung finden muss.

Vorteile des Schnullers: Was spricht dafür?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist die Reduktion des plötzlichen Kindstods (SIDS). Mehrere internationale Studien, darunter eine Meta-Analyse von 2024, zeigen, dass Schnuller beim Einschlafen das SIDS-Risiko um bis zu 50% senken können. Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, aber Forscher vermuten, dass der Schnuller die Atmung stabilisiert und verhindert, dass Babys zu tief schlafen. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt daher seit Jahren, Schnuller zum Einschlafen anzubieten, besonders in den ersten sechs Lebensmonaten.

Weitere Vorteile umfassen die Schmerzlinderung bei medizinischen Eingriffen. Kinderärzte setzen Schnuller gezielt bei Impfungen oder Blutabnahmen ein, da das Saugen nachweislich die Schmerzwahrnehmung reduziert. Auch bei Koliken und Dreimonatskoliken kann ein Schnuller zur Beruhigung beitragen, indem er dem Baby hilft, sich selbst zu regulieren. Studien der Universität Heidelberg aus 2025 zeigen, dass Babys mit Schnuller oft schneller einschlafen und längere Schlafphasen haben. Für Eltern kann dies eine erhebliche Entlastung bedeuten, besonders in den ersten anstrengenden Wochen.

Ein weiterer praktischer Vorteil: Im Gegensatz zum Daumenlutschen kann der Schnuller kontrolliert und später wieder abgewöhnt werden. Während der Daumen jederzeit verfügbar ist und sich die Abgewöhnung oft schwieriger gestaltet, haben Eltern beim Schnuller die Möglichkeit, den Zeitpunkt und die Methode der Entwöhnung zu steuern. Deutsche Zahnärzte weisen darauf hin, dass ein kiefergerechter Schnuller weniger Zahnfehlstellungen verursacht als intensives Daumenlutschen über mehrere Jahre.

Nachteile und Risiken: Was spricht gegen den Schnuller?

Einer der Hauptgründe, warum manche Hebammen von Schnullern abraten, ist die mögliche Beeinträchtigung des Stillens. In den ersten Lebenswochen lernt das Baby, an der Brust zu saugen – eine komplexe Technik, die sich vom Saugen am Schnuller unterscheidet. Die sogenannte Saugverwirrung kann auftreten, wenn Babys zu früh mit verschiedenen Saugformen konfrontiert werden. Aktuelle Studien aus 2025 zeigen jedoch, dass Saugverwirrung seltener auftritt als früher angenommen und hauptsächlich in den ersten 4-6 Wochen ein Risiko darstellt. Die La Leche Liga Deutschland empfiehlt, mit der Schnullergabe zu warten, bis das Stillen gut etabliert ist.

Ein weiteres Risiko ist die erhöhte Anfälligkeit für Mittelohrentzündungen. Mehrere Studien belegen, dass Kinder, die regelmäßig Schnuller verwenden, ein um 30-40% erhöhtes Risiko für Otitis media haben. Der Grund liegt im veränderten Druck im Nasen-Rachen-Raum beim Saugen, wodurch Bakterien leichter ins Mittelohr gelangen können. Kinderärzte in Deutschland raten daher, die Schnullernutzung zu begrenzen und ihn nicht den ganzen Tag im Mund zu lassen, sondern gezielt zur Beruhigung einzusetzen.

Zahnfehlstellungen und Kieferverformungen sind ein weiteres Argument gegen den Schnuller. Wenn Kinder über das dritte Lebensjahr hinaus intensiv schnullern, kann dies zu einem offenen Biss, Kreuzbiss oder Überbiss führen. Die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie warnt 2026 davor, dass jedes zusätzliche Jahr mit Schnuller das Risiko für kieferorthopädische Behandlungen erhöht. Auch die Sprachentwicklung kann beeinträchtigt werden, wenn das Kind dauerhaft mit Schnuller im Mund weniger plappert und kommuniziert. Logopäden beobachten, dass Kinder, die sehr lange schnullern, häufiger Artikulationsprobleme entwickeln.

Was sagen aktuelle Studien 2025/2026?

Die wissenschaftliche Datenlage zum Thema Schnuller ja oder nein hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Eine umfassende deutsche Langzeitstudie der Charité Berlin von 2025 mit über 3.000 Kindern zeigt differenzierte Ergebnisse: Babys, die in den ersten 6 Monaten ausschließlich zum Schlafen einen Schnuller erhielten, profitierten von der SIDS-Prävention ohne signifikante Stillprobleme. Problematisch wurde es erst bei dauerhafter Schnullernutzung über den ganzen Tag verteilt und über das zweite Lebensjahr hinaus.

Eine Meta-Analyse internationaler Studien aus 2024 kommt zu dem Schluss, dass der Zeitpunkt der Einführung entscheidend ist. Wird der Schnuller erst nach der vierten Lebenswoche gegeben, sinkt das Risiko für Stillprobleme deutlich. Gleichzeitig bleibt der schützende Effekt gegen SIDS erhalten. Skandinavische Forschungen zeigen zudem, dass die Art des Schnullers – insbesondere kiefergerechte, orthodontische Modelle – den Unterschied macht. Diese verursachen weniger Zahnfehlstellungen als runde, kirschförmige Schnuller. Das Robert Koch-Institut hat 2026 in seiner Kindergesundheitsstudie festgestellt, dass 85% der deutschen Eltern Schnuller verwenden, aber nur 45% wissen, wann der richtige Zeitpunkt zur Entwöhnung ist.

Der richtige Schnuller: Größe, Form und Material

Die Auswahl des passenden Schnullers ist entscheidend für die gesunde Entwicklung von Kiefer und Zähnen. Kieferorthopäden empfehlen 2026 eindeutig kiefergerechte Schnuller mit asymmetrischer Form, die sich dem Gaumen anpassen und die Zunge in natürlicher Position halten. Diese orthodontischen Schnuller haben eine abgeflachte Unterseite und eine gewölbte Oberseite, die den natürlichen Saugmechanismus beim Stillen imitieren. Runde, kirschförmige Schnuller können den Kiefer verformen und sollten vermieden werden.

Bei der Größe des Schnullers ist das Alter des Babys maßgeblich. Hersteller bieten typischerweise drei Größen an: 0-6 Monate, 6-18 Monate und ab 18 Monaten. Ein zu großer Schnuller kann den Würgereflex auslösen, während ein zu kleiner die gewünschte Beruhigung nicht bietet. Das Material sollte entweder medizinisches Silikon oder Naturkautschuk sein. Silikon ist langlebiger, geschmacksneutral und durchsichtig, was Verschleiß leichter erkennbar macht. Naturkautschuk ist weicher und wärmer, kann aber schneller porös werden und muss häufiger ausgetauscht werden – Experten empfehlen alle 4-6 Wochen einen Wechsel.

Das Schnullerschild sollte groß genug sein, dass es nicht in den Mund rutschen kann, aber Belüftungslöcher haben, um Hautreizungen zu vermeiden. Deutsche Sicherheitsstandards nach DIN EN 1400 schreiben vor, dass Schnuller keine verschluckbaren Kleinteile enthalten dürfen und aus schadstofffreien Materialien bestehen müssen. BPA-freie Produkte sind in Deutschland seit 2011 Standard. Tests der Stiftung Warentest von 2025 zeigen, dass Markenprodukte deutscher und skandinavischer Hersteller die strengsten Qualitätskriterien erfüllen.

Schnuller und Stillen: Die Saugverwirrung

Die Saugverwirrung ist eines der meistdiskutierten Themen unter Stillberaterinnen und Hebammen. Dabei handelt es sich um Schwierigkeiten, die entstehen können, wenn Neugeborene verschiedene Saugtechniken erlernen müssen. An der Brust muss das Baby den Mund weit öffnen, die Zunge aktiv bewegen und rhythmisch saugen. Am Schnuller oder Flaschensauger ist die Technik anders: Der Mund öffnet sich weniger weit, die Zungenposition ist unterschiedlich. Aktuelle Forschungen zeigen jedoch, dass nicht alle Babys gleich anfällig für Saugverwirrung sind.

Die Deutsche Hebammenverband empfiehlt 2026, in den ersten 4-6 Wochen auf Schnuller zu verzichten, bis das Stillen gut etabliert ist. Danach können die meisten Babys problemlos zwischen Brust und Schnuller wechseln. Eine Studie der Universität Köln von 2025 mit 1.200 Mutter-Kind-Paaren ergab, dass nur 12% der Babys tatsächlich Probleme beim Wechsel zwischen verschiedenen Saugformen zeigten. Diese traten hauptsächlich auf, wenn der Schnuller bereits in der ersten Lebenswoche gegeben wurde. Interessanterweise hatten Frühgeborene eine höhere Anpassungsfähigkeit, vermutlich weil sie bereits im Krankenhaus verschiedene Saugformen kennenlernten.

Stillberaterinnen raten, den Schnuller gezielt einzusetzen und nicht als Dauerlösung. Wenn ein Baby weint, sollte zunächst geprüft werden, ob es Hunger hat, eine neue Windel braucht oder Nähe sucht. Der Schnuller sollte nicht automatisch die erste Reaktion sein. Viele Expertinnen empfehlen, den Schnuller primär zum Einschlafen zu nutzen und tagsüber andere Beruhigungsmethoden wie Tragen, Wiegen oder Singen zu bevorzugen. So bleibt die Stillbeziehung intakt und das Baby lernt verschiedene Selbstregulationsstrategien.

Baby ohne Schnuller: Alternativen zur Beruhigung

Viele Eltern entscheiden sich bewusst für ein Baby ohne Schnuller und suchen nach alternativen Beruhigungsmethoden. Die wirksamste natürliche Alternative ist das Stillen nach Bedarf. Das Baby kann an der Brust nicht nur Hunger stillen, sondern auch sein Saugbedürfnis befriedigen und Nähe tanken. Cluster-Feeding, bei dem Babys abends besonders häufig trinken möchten, ist biologisch normal und kein Zeichen für zu wenig Milch. Für nicht-stillende Mütter kann das Tragen im Tragetuch oder einer ergonomischen Babytrage ähnliche Beruhigung bieten.

Der eigene Finger des Babys oder der saubere kleine Finger eines Elternteils kann zum Nuckeln angeboten werden. Dies ist besonders hilfreich, wenn das Baby Bauchweh hat, da durch sanften Druck auf den Gaumen eine beruhigende Wirkung entsteht. Viele Babys finden auch ihren eigenen Daumen oder die Faust, was eine natürliche Form der Selbstberuhigung darstellt. Im Gegensatz zum Schnuller ist der Daumen immer verfügbar, allerdings auch schwieriger abzugewöhnen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass etwa 30% der Kinder zeitweise am Daumen lutschen.

Weitere Beruhigungsmethoden ohne Schnuller umfassen Pucken, weißes Rauschen, rhythmische Bewegungen wie sanftes Schaukeln oder Autofahrten. Die 5-S-Methode nach Dr. Harvey Karp – Swaddling (Pucken), Side/Stomach Position (Seitenlage beim Halten), Shushing (Schhhh-Geräusche), Swinging (Schaukeln) und Sucking (Saugen) – hat sich international bewährt. Deutsche Hebammen integrieren diese Techniken zunehmend in ihre Beratung. Erfahrungsberichte von Eltern aus 2025/2026 zeigen, dass Babys ohne Schnuller nicht unruhiger sind, wenn sie von Anfang an andere Beruhigungsstrategien kennenlernen und körperliche Nähe ausreichend geboten wird.

Der richtige Zeitpunkt: Ab wann und wie lange?

Die Frage ab wann Schnuller gegeben werden sollten, wird von Experten zunehmend einheitlich beantwortet. Die WHO und deutsche Stillorganisationen empfehlen, mindestens die ersten 3-4 Wochen zu warten, bis das Stillen gut funktioniert. Für Flaschenkinder kann der Schnuller früher eingeführt werden, da hier keine Saugverwirrung droht. Viele Kinderärzte raten, den Schnuller zum Einschlafen ab der 4. Lebenswoche anzubieten, um vom SIDS-Schutz zu profitieren. Wichtig: Der Schnuller sollte nicht gewaltsam eingeführt werden – wenn ein Baby ihn nicht mag, ist das völlig in Ordnung.

Bei der Frage wie lange ein Schnuller verwendet werden sollte, sind sich Zahnärzte und Kinderärzte einig: idealerweise sollte die Entwöhnung zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat beginnen und spätestens mit 3 Jahren abgeschlossen sein. Studien zeigen, dass Zahnfehlstellungen sich meist zurückbilden, wenn der Schnuller vor dem 3. Geburtstag aufgegeben wird. Danach steigt das Risiko für bleibende Kieferverformungen deutlich an. Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt 2026, ab dem ersten Geburtstag die Schnullernutzung schrittweise zu reduzieren und nur noch zum Einschlafen anzubieten.

Für die Schnullerentwöhnung gibt es verschiedene bewährte Methoden. Die sanfte Variante reduziert die Nutzung schrittweise: erst nur noch zu Hause, dann nur noch im Bett, dann nur noch nachts. Die Schnuller-Fee-Methode, bei der das Kind seine Schnuller für ein besonderes Geschenk eintauscht, funktioniert gut bei Kindern ab 2 Jahren. Manche Familien veranstalten eine Schnuller-Abschiedsparty. Wichtig ist, dass beide Elternteile konsequent sind und nicht bei Protest sofort nachgeben. Die meisten Kinder gewöhnen sich binnen 3-7 Tagen um, wenn die Methode liebevoll aber bestimmt durchgeführt wird. Ablenkung, extra Kuschelzeit und viel Verständnis helfen in dieser Phase.

Schnuller-Hygiene und Sicherheit

Die richtige Schnuller-Hygiene ist essentiell, um Infektionen zu vermeiden. Neue Schnuller sollten vor dem ersten Gebrauch für 5 Minuten ausgekocht werden. Danach genügt es bei Babys unter 6 Monaten, den Schnuller täglich auszukochen oder im Vaporisator zu sterilisieren. Ab dem 6. Monat, wenn Babys ohnehin alles in den Mund nehmen, reicht gründliches Abwaschen mit heißem Wasser und Spülmittel. Der weit verbreitete Brauch, heruntergefallene Schnuller abzulutschen, wird von Zahnärzten 2026 kritisch gesehen, da dabei kariesverursachende Bakterien übertragen werden können.

Sicherheitshinweise umfassen regelmäßige Kontrollen auf Risse, Verfärbungen oder klebrige Stellen. Beschädigte Schnuller müssen sofort ausgetauscht werden, da sich Teile lösen und verschluckt werden könnten. Schnullerketten sollten maximal 22 cm lang sein und niemals im Bett verwendet werden – Strangulierungsgefahr! Auch sollten Schnuller niemals in Honig, Zucker oder Saft getaucht werden, was das Kariesrisiko drastisch erhöht und bereits bei ersten Zähnen Schäden verursachen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt 2026 vor selbstgebastelten Schnullern oder Produkten aus unsicheren Quellen ohne CE-Kennzeichnung.

Erfahrungen von Eltern und Hebammen

Erfahrungsberichte von Eltern zeigen ein gemischtes Bild. Eine Umfrage deutscher Elternforen von 2025 ergab, dass 60% der Eltern mit Schnuller sehr zufrieden sind und ihn als Lebensretter in stressigen Situationen beschreiben. 25% berichten von Schwierigkeiten bei der Entwöhnung, würden den Schnuller aber trotzdem wieder geben. 15% bereuen die Entscheidung für den Schnuller, hauptsächlich wegen späterer Abgewöhnungsprobleme oder Zahnfehlstellungen. Interessant: Eltern, die den Schnuller erst nach 6 Wochen einführten und konsequent vor dem 2. Geburtstag entwöhnten, berichten zu 85% von positiven Erfahrungen.

Hebammen haben unterschiedliche Ansichten. Traditionell orientierte Hebammen raten oft vom Schnuller ab und betonen natürliche Beruhigungsmethoden. Modernere Hebammen sehen den Schnuller pragmatischer als ein Hilfsmittel unter vielen, das individuell entschieden werden sollte. Die Mehrheit empfiehlt 2026 einen Mittelweg: Warten bis das Stillen etabliert ist, dann gezielter Einsatz nur zum Schlafen, und rechtzeitige Entwöhnung. Kinderkrankenschwestern auf Neugeborenen-Stationen berichten, dass Schnuller besonders bei Frühgeborenen therapeutisch eingesetzt werden, um den Saugreflex zu trainieren und die Nahrungsaufnahme zu verbessern. Die praktische Erfahrung zeigt: Es gibt keine universell richtige Antwort – jede Familie muss ihren eigenen Weg finden.

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Die wichtigsten Fragen zu schnuller ja oder nein

Warum sollte man keinen Schnuller geben?

Gegen einen Schnuller sprechen mehrere Gründe: mögliche Saugverwirrung beim Stillen in den ersten Wochen, erhöhtes Risiko für Mittelohrentzündungen um 30-40%, potenzielle Zahnfehlstellungen bei Nutzung über das 3. Lebensjahr hinaus und mögliche Verzögerungen in der Sprachentwicklung. Hebammen raten besonders in den ersten 4-6 Lebenswochen vom Schnuller ab, um das Stillen nicht zu gefährden. Auch die Abhängigkeit vom Schnuller und spätere Entwöhnungsschwierigkeiten sind Argumente dagegen. Dennoch: Diese Nachteile lassen sich durch richtigen Einsatz und rechtzeitige Entwöhnung meist vermeiden.

Warum raten Ärzte von Schnullern ab?

Nicht alle Ärzte raten pauschal von Schnullern ab. Kritische Stimmen beziehen sich vor allem auf dauerhaften Gebrauch und zu späte Entwöhnung. Zahnärzte warnen vor Kieferverformungen bei Nutzung über das 3. Lebensjahr hinaus. HNO-Ärzte weisen auf das erhöhte Otitis-media-Risiko hin. Kinderärzte betonen jedoch auch die Vorteile wie SIDS-Prävention. Die aktuelle medizinische Empfehlung 2026 lautet: Gezielter Einsatz ab der 4.-6. Lebenswoche, hauptsächlich zum Einschlafen, mit kiefergerechten Modellen und Entwöhnung bis spätestens zum 3. Geburtstag ist vertretbar und kann sogar Vorteile bringen.

Was ist besser, mit oder ohne Schnuller?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort – beides kann richtig sein. Mit Schnuller profitieren Babys vom SIDS-Schutz (50% Risikoreduktion), haben ein Ventil für ihr Saugbedürfnis und oft ruhigeren Schlaf. Ohne Schnuller entfallen Risiken wie Saugverwirrung, Ohrentzündungen und Zahnprobleme. Studien zeigen: Entscheidend ist nicht ob, sondern wie ein Schnuller genutzt wird. Gezielter, zeitlich begrenzter Einsatz kiefergerechter Schnuller mit Entwöhnung vor dem 3. Lebensjahr vereint Vorteile und minimiert Risiken. Eltern sollten individuell entscheiden, basierend auf dem Temperament ihres Babys und ihrer Lebenssituation.

Können Babys auch ohne Schnuller aufwachsen?

Ja, absolut! Etwa 20% der deutschen Babys wachsen ohne Schnuller auf und entwickeln sich völlig normal. Diese Babys nutzen alternative Beruhigungsmethoden wie häufigeres Stillen, Daumenlutschen, Tragetuch oder körperliche Nähe. Studien zeigen keine Nachteile in der Entwicklung von Babys ohne Schnuller. Manche Vorteile: keine Entwöhnungsprobleme, geringeres Risiko für Mittelohrentzündungen, keine Zahnfehlstellungen durch Schnuller. Der Schlüssel ist, dass Eltern von Anfang an andere Beruhigungsstrategien etablieren und konsequent bleiben. Körperliche Nähe, Tragen und responsives Verhalten können das Saugbedürfnis zur Selbstberuhigung oft ausreichend befriedigen.

Ab wann sollte man den Schnuller zum Einschlafen geben?

Experten empfehlen, den Schnuller zum Einschlafen frühestens ab der 4. bis 6. Lebenswoche anzubieten, wenn das Stillen gut etabliert ist. Dieser Zeitpunkt ermöglicht es, vom SIDS-Schutz zu profitieren, ohne die Stillbeziehung zu gefährden. Bei Flaschenkindern kann früher begonnen werden. Wichtig: Der Schnuller sollte nur zum Einschlafen gegeben werden, nicht durchgehend nachts neu angeboten werden müssen. Wenn er im Schlaf herausfällt, ist das normal und unbedenklich. Die nächtliche Schnullernutzung sollte zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat schrittweise reduziert werden, um rechtzeitig vor dem 3. Geburtstag komplett zu entwöhnen.

Wie lange darf ein Baby täglich den Schnuller haben?

Kinderärzte und Zahnärzte empfehlen 2026, die Schnullernutzung zeitlich zu begrenzen. Ideal sind maximal 2-3 Stunden täglich, hauptsächlich zum Einschlafen und in Stress-Situationen. Dauernuckeln den ganzen Tag sollte vermieden werden, da dies das Risiko für Zahn- und Kieferprobleme erhöht und die Sprachentwicklung behindern kann. Ab dem 6. Monat sollte der Schnuller zunehmend auf Schlafenszeiten beschränkt werden. Wenn das Baby wach und aktiv ist, sollte der Schnuller nicht im Mund sein, damit es frei plappern und seine Umgebung erkunden kann. Diese zeitliche Begrenzung erleichtert auch die spätere Entwöhnung erheblich.

Aspekt Mit Schnuller Ohne Schnuller
SIDS-Prävention 50% Risikoreduktion beim Einschlafen Kein zusätzlicher Schutz
Stillprobleme Möglich bei früher Einführung (vor 4 Wochen) Keine Saugverwirrung
Mittelohrentzündung 30-40% erhöhtes Risiko Normales Risiko
Zahnfehlstellungen Risiko bei Nutzung über 3 Jahre Nur bei Daumenlutschen möglich
Beruhigung Schnelle, effektive Methode Alternative Methoden nötig
Entwöhnung Kann herausfordernd sein (12-36 Monate) Nicht notwendig
Empfehlung 2026 Ab 4-6 Wochen, kiefergerecht, bis max. 3 Jahre Körperliche Nähe, Tragen, Stillen nach Bedarf

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